„Die Zeit aus dem Atom oder: Mit Ham-Mitteln Einstein auf der Spur?“ – Alex Knochel, DK3HD
„Die Zeit aus dem Atom oder: Mit Ham-Mitteln Einstein auf der Spur?“ – Alex Knochel, DK3HD
Im Jahr 1967 wurde die Definition der Sekunde über ein quantenphysikalisches
Phänomen festgelegt, nämlich eine Mikrowellenfrequenz des Cäsiums. Vier
Jahre später betraten die Physiker J. Haefele und R. Keating einen Airliner, um
rund um die Welt hin- und herzufliegen – mit einer speziellen Platzreservierung
für einen besonderen Fluggast, dessen Ticket einfach auf „Mr. Clock“
ausgeschrieben war. Diese ungewöhnliche Flugreise sollte
Wissenschaftsgeschichte schreiben.
In meinem Tech-Talk, der als Fortsetzung von DL4ZAOs Vortrag über die
Geschichte der Zeitmessung gedacht ist, schauen wir uns genauer an, wie man mit
Vorgängen im Atom extrem genau Frequenzen und Zeiten messen kann. Wir werden
aber auch anhand einfacher Gedankenexperimente sehen, dass in der
Relativtätstheorie die Zeit überhaupt nicht absolut ist, sondern eine
beobachterabhängige Größe. Nach einem Überblick über die aktuellen Technologien
steht – wenn die Technik mitspielt – ein Live-Wettrennen GPSDO gegen
Rubidium-Standard an, und wir sprechen darüber, wie man als Funkamateur
Rubidiumstandards selbst nutzen kann, und wie sie im Vergleich mit OCXOs und
GPSDOs abschneiden. Schließlich gehe ich der Frage nach, ob man mit Ham-Mitteln
die Krümmung der Einstein’schen Raumzeit in Ballonexperimenten nachweisen
könnte, um damit das Experiment von Haefele und Keating zu wiederholen.




